20.000 Meilen unter dem Meer
Der erste Science-Fiction Literaturklassiker von Jules Verne nun von der Regisseurin Cosmea Spelleken und dem Videokünstler Leonard Wölfl auf der Bühne im Landestheater Niederösterreich.Menschheitsträume, wie auf den Mond zu fliegen oder das Meer zu erforschen, haben Wissenschaftler*innen zu bahnbrechenden technischen Erfindungen und Autor*innen zu großen literarischen Abenteuern inspiriert. Angeregt von der Entdeckerlust seiner Zeit schrieb Jules Vernes mit „20.000 Meilen unter dem Meer“ den ersten Science-Fiction-Roman der Literaturgeschichte.
20.000 Meilen unter dem Meer: Gefangenschaft auf der Nautilus
In einer Zeit, in der es noch keine funktionsfähigen U-Boote gab, lässt Verne die Geschichte in der „Nautilus“ spielen: Der Biologe Aronnax, seine Mitarbeiterin Conseil und der gefürchtete Harpunier Ned Land stechen in See, um eine Serie von Schiffsunglücken aufzuklären, hinter denen ein Seeungeheuer vermutet wird. Als sie kentern, werden sie von einem mysteriösen Kapitän namens Nemo gerettet und auf seinem Unterwasserboot Nautilus gefangen genommen.
Die abenteuerliche Reise mit Kapitän Nemo
Unter Zwang und zugleich voller Faszination begleitet die Truppe Nemo auf seiner Reise. Sie treffen indische Perlentaucher, kämpfen gegen Haie, sehen die Ruinen der versunkenen Stadt Atlantis und erreichen als erste Menschen den Südpol. Je länger die Expedition dauert, umso mehr kommt es zu heftigen Konflikten mit Kapitän Nemo...
Magische Tiefen: Zwischen Technik, Mensch und Natur
Die junge Regisseurin und Filmemacherin Cosmea Spelleken, die mit digitalen Theaterstücken international für Furore sorgt und vielfach ausgezeichnet wurde, untersucht mit ihrer Inszenierung das Spannungsverhältnis zwischen technologischem Fortschritt, Mensch und Natur. Die Inszenierung führt in eine magische Unterwasserwelt, die auf der Bühne mit digitalen technischen Mitteln hergestellt wird.
Die Regisseurin Cosmea Spelleken und der Videokünstler Leonard Wölfl beschreiben, wie dieser erweiterte Bühnenraum entsteht:
Um die Tiefseelandschaften auf die Bühne zu bringen, die Jules Verne so eindrücklich beschreibt, haben wir kleine Modelle von einem Mini-U-Boot und Wasser-Landschaften nachgebaut, die sich in Aquarien auf der Bühne befinden.
Wir filmen live auf der Bühne und übertragen die Aufnahmen als Projektionen auf die gesamte Bühnenfläche. Die Aufnahmen der Modelle kombinieren wir mit computergenerierten Inhalten, die vom Meer und dem Weltall inspiriert sind. Hier entsteht auch die Pflanzen- und Tierwelt der Ozeane.
Beispielsweise haben wir große Fischschwärme animiert. Gemeinsam erzeugen diese Videos eine Ästhetik, die bekannt, aber auch befremdlich erscheint – genau wie das Leben in der Nautilus. Zwei Szenen spielen in polaren Landschaften.
Wir haben ein Modell mit aufgetürmten Eisschollen gebaut, das von den Schauspieler*innen live geflutet wird.
Darin befinden sich lose Partikel, die, wie in einer Schneekugel, den Eindruck eines riesigen Schneegestöbers erzeugen. Weil die Modelle klein sind, aber große Bilder erzeugen, entsteht ein Verfremdungseffekt wie in Trickfilmen. Wir legen auf der Bühne offen, wie wir mit etwas Schneekugelmagie das Kleine ganz groß machen. Mit der Schneelandschaft verbinden wir Gefühle von Einsamkeit, aber auch Entdeckungsdrang.“